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INTERVIEW MIT DIETER ROTH
Fragen und Antworten: aus "100 fragen an diter rot" von Serge Stauffer
name und vornamen?
ROTH, KARL-DIETRICH.
evtl pseudonyme?
DITER ROT.
Dieter Roth wurde 1930 als Sohn einer deutschen Mutter und eines Schweizer Vaters in Hannover geboren - 1998 starb er in Basel. Gewalt und Zerstörung gehörten zu seinen prägenden Jugenderfahrungen, als Kind wurde er aus dem Bombenhagel Hannovers, weg von der Familie, in die Schweiz geschickt.
beruf in deinem pass?
ARTISTE.
Dieter Roth war ein Künstler, der Kunst und Leben einzigartig verband. Er arbeitete als Maler, Zeichner, Plastiker, Designer, Dichter, Musiker, Filmer, Verleger, Installationskünstler, Lehrer, Performer, Kurator seiner eigenen Ausstellungen und Mäzen von jungen Künstlerfreunden. In den Grossskulpturen, wie in der "begehbaren Gartenskulptur", führte er diese Elemente zusammen: zu einem Vorschlag, was Kunst und Leben sein könnte.
gibt es für dich in der kunst "ewige werte"?
ICH SEHE NICHTS.
Das Wahre, Schöne, Gute - alles stellte er radikal in Frage. Er arbeitete oft mit vergänglichen Materialien und dieses Prozesshafte schuf eine neue Art von Schönheit: Zweit wird sichtbar. Sein universaler Schaffens- und Gestaltungsdrang entzieht sich tradierten Klassifizierungen.
zivilstand?
AUF REISEN.
Als Kind seiner Heimat beraubt, wurde er als Erwachsener nie mehr richtig sesshaft, in vielen Weltstädten unterhielt er Ateliers, als Pionier der hybriden Kunst arbeitete er mit und bei Freunden, lebte ein exzessives Nachtleben.
kinder?
4
Jung und verliebt reiste er nach Island und gründete dort eine Familie, das Land und seine Kinder bildeten auch in späteren Jahren ein Refugium. Dort regenerierte er, die archaische Landschaft und ein sich immer wandelndes Klima halfem ihm, die innere Konzentration zu finden. Das ständige Werden und Vergehen, wie es in der isländischen Natur spürbar wird, hat sein Werk nachhaltig beeinflusst.
welches ist deine lebens-devise? hast du eine?
DEVISE: WEG DAMIT?
Sein Engagement als Lehrer und Mäzen sprengte den üblichen Rahmen und veränderte das Leben der Beteiligten tiefgreifend. Die heute so verbreitete Zusammenarbeit zwischen Künstlern lebte er bereits in den siebziger Jahren, er kollaborierte mit so unterschiedlichen Kunstgrössen wie Richard Hamilton und Arnulf Rainer. Dieter Roth bestritt unzählige, zum Teil spektakuläre Einzelausstellungen in Museen und Galerien und vertrat die Schweiz an der Kunstbiennale in Venedig 1982. Die Documenta 2002 in Kassel inthronisierte ihn mit zwei Grossinstallationen als Vaterfigur neuester Kunsttendenzen. Der renommierte Rembrandtpreis ist nur eine der zahlreichen Auszeichnungen, die seine Bedeutung unterstrichen. Sein Werk ist in allen bedeutenden Museen vertreten. In der Schweiz stehen wichtige Werkgruppen im Museum für Gegenwartskunst und im Schaulager in Basel sowie im Kunstmuseum Solothurn.