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GESPRÄCH MIT PHILIPPE MUYL
Wie wurde die Idee zum Film geboren?
Eigentlich habe ich durch Zufall im Internet eine Seite über Schmetterlinge entdeckt. Ich stiess auf einen Schmetterling, der Isabelle heisst, und fand wie das kleine Mädchen im Film: Was für ein komischer Name! Ich schrieb den Namen auf einen Merkzettel, der dann zwei Jahre vor meiner Nase hing. Und Stückchen für Stückchen entstand die Geschichte vom Sammler, der einen seltenen Schmetterling sucht. Ich sagte mir, es wäre gut, wenn diese Suche nach einer seltenen Gattung einem alten Mann zustösst, der schon viel erlebt hat, aber bedauert, noch nie DEN Schmetterling gesehen zu haben, den er immer sehen wollte.
Also haben Sie sich ins Thema Schmetterlinge vertieft ...
Ich habe mit Entomologen Kontakt aufgenommen. Aber was mich interessiert hat, war die symbolische Bedeutung des Insekts. Sein flüchtiger Charakter und die Verwandlung von der Raupe zum Verpuppen und dann zum Schmetterling. Das ist aussergewöhnlich anzuschauen. Das ist die Metamorphose von jedem einzelnen von uns.
Haben Sie DER ALTE MANN UND DAS KIND gelesen?
Ja, aber das ist lang her und ich erinnere mich nicht mehr an den Film. Es ist mein Unbewusstes, was mir die Geschichte diktiert hat. Und dass ich keine Kinder habe, das hat mich dazu gedrängt, mich ihnen zuzuwenden, oder mir selber etwas zu sagen. Es war nicht meine Erfahrung als Zuschauer, die mich geleitet hat, sondern meine Introspektion.
Was sind aus Ihrer Sicht die Hauptthemen des Films?
Diesen beiden Wesen fehlt es an Liebe. Bei ihm ist es eine verlorene Liebe, die seines Sohnes, bei ihr eine noch nicht gefundene, die ihrer Mutter. Eigentlich sind es zwei verschränkte Themen: auf der einen Seite das Gelübde des Mannes, das Versprechen, das er halten muss, auf der anderen die Liebe, die dem kleinen Mädchen fehlt.
Die Mutter des kleinen Mädchens ist fast unwürdig ...
Nein, sie ist keine unwürdige Mutter. Sie ist eine distanzierte Mutter. Wie ich Julien am Ende sagen liess, es gibt einen Unterschied zwischen einer Mutter und einer Mama. Hier ist es eine Mutter, die sich ums Materielle kümmert, aber mehr nicht. Diese Mutter wurde von ihrer eigenen Mutter nicht geliebt und liebt ihre Tochter nicht. Das ist ein Mangel, der sich von einer Generation zur anderen fortpflanzt.
Wie haben Sie sich dieses Paar Michel Serrault - Claire Bouanich vorgestellt?
Als ich das Drehbuch schrieb, habe ich es Michel Serrault geschickt. Ich habe es nicht eigens für ihn geschrieben, aber ich dachte mir, er könne grossartig in dieser Rolle sein. Claire habe ich durch ein gewöhnliches Casting gefunden. Durch Glück haben wir sie sofort gefunden!
Wieviele Kinder haben Sie sich angesehen?
Mindestens zweihundert! Aber sie hat sich von sich aus vorgestellt. Ich hatte das Glück, über einen Schatz zu stolpern!
Was hat Ihnen an ihr gefallen?
Die Natur, eine Person, Kontaktfreude... Ich bin ziemlich intuitiv bei Kindern. Und es gibt einige Filter, das Alter, die Erscheinung, die spontane Richtigkeit beim Vorspiel. Dann die Persönlichkeit. Den Draht zu einem Kind, der muss sich von Person zu Person finden, nicht vom Erwachsenem zum Kind. Das spürt ein Kind. Claire hat meine Hoffnungen weit übertroffen, obwohl es ihr erster Film war.
Wie war das erste Treffen mit Michel Serrault?
Wir haben ein Treffen bei mir organisiert. Sie kannte Michel Serrault, aber sie war kein bisschen eingeschüchtert! Er war sehr lieb zu ihr, immer geduldig, und hat gesagt: Wir zwei werden uns amüsieren!
Auf der Hochebene waren sie dann schnell Verbündete?
Ja, es gab keinen Alarm. Er hat sich ihr gegenüber keine Ungeduld anmerken lassen. Sie war cool von Anfang bis Ende. Ich hatte nie ein Problem.
Mussten Sie Michel Serrault überzeugen, oder sagte er:
Ihr Drehbuch gefällt mir, ich mache den Film?
Er liess mir mitteilen, dass es ihm gefiel. Doch eigentlich war es seine Enkeltochter, die las. Ich verdanke den Film der Enkeltochter von Michel Serrault, die ihm sagte: Das ist eine schöne Geschichte, du solltest sie machen!
Ist Serrault leicht zu führen?
Er spielt gern, und ist immer bereit, etwas anderes auszuprobieren. Er liebt es, zu suchen und zwischen den Takes neue Dinge zu finden. Er wird nie zweimal das Gleiche tun. Von daher ist es sehr angenehm, mit ihm zu arbeiten. Man spürt, dass es ihm Spass macht. Er ist nicht eitel vor der Kamera. An bestimmten Stellen ist er sogar mutig. Zum Beispiel wollte ich nicht, dass er selber im Film hinfällt und hab ihm gesagt, dass wir das arrangieren werden. Das wollte er nicht und bestand darauf, selber zu fallen.
Es gibt eine sehr bewegende Szene, als er vom Tod seines Sohnes erzählt ...
Ich habe nicht an ihn gedacht, als ich die Szene schrieb. Wir haben nie darüber gesprochen. Es stand im Drehbuch. Ich wusste, dass ihn das berühren würde. Aber was ihn seltsamerweise am meisten berührte, war die Szene mit dem Schattenspiel.
Mit einem Kind drehen, welche Einschränkungen bringt das mit sich?
Claire kam mit ihrer Mutter zu den Dreharbeiten, die Schauspielerin ist. Sie hat mit ihr jeden Abend den Text repetiert, Claire wusste ihn bis aufs I-Tüpfelchen. Das Schwierigste ist die Erschöpfung, die abends kommt. Nachts hat es ein Kind schwer. Manchmal schlief sie ein. Also haben wir sie zwanzig Minuten schlafen lassen - und sie hat sich mit einem Lächeln wieder an die Arbeit gemacht!
Das kleine Mädchen stellt viele Fragen ...
Sind das Fragen, die Ihnen oft gestellt wurden?
Wenn man die Geschichte schreibt, unternimmt man eine Reise durch alle Personen. Ich bin zugleich Michel Serrault, das kleine Mädchen, seine Mama, alle Figuren. Ich mache im Geist eine Reise in meine Kindheit! Aber ich habe keine Erfahrung mit Kindern. Der Film ist eine Forschungsreise, man sagt sich: Betreten wir das schwierige Gelände, überwinden wir die Hindernisse, entdecken wir die Beweisstücke, die uns etwas über das Leben beibringen!
Wie haben sich die Dreharbeiten in den Bergen abgespielt?
Das war technisch sehr kompliziert. Soll heissen, eine nicht zu grosse Mannschaft, sparsame Technik. Ich wollte keine schwere Maschinerie. Das grosse Problem waren die Wetterwechsel. Wir haben im Vercors im Juni und Juli gedreht und es ging los mit acht Tagen Regen! Man hat nichts mehr gesehen. Die Berge, das wechselt die ganze Zeit!
Die Kamera steht ganz im Dienst der Schauspieler.
Worauf haben Sie bei der Inszenierung Wert gelegt?
Das ist so meine Vorliebe bei der Kamera. Ich habe mehrere Komödien gemacht und gefunden, dass man bei diesem Genre die Schauspieler spielen lassen muss. Es ist interessanter, zu versuchen, die Gefühle im Gesicht der Darsteller einzufangen, als Pirouetten mit der Kamera zu drehen. Ich mag die Pirouetten nicht zu sehr, auch keine Kamerabewegungen, die die Darsteller einschränken. Eine Aufnahme wegen einer Fahrt zu wiederholen oder so, das nervt mich etwas. In meinem ersten Film hat sich die Kamera gar nicht bewegt. Nur feste Einstellungen. Ich wollte diesen Geist wiederfinden.
Und die Auslassungen?
Die Leute wissen doch, was man ihnen als Geschichte erzählen wird. Sie ahnen, wie es weitergeht, also gewinnen wir etwas Zeit. Aber wie das nun wahrgenommen wird, das weiss ich nicht. Wirkt es vielleicht etwas zu eilig? Das ist eine der grossen Fragen des Kinos! Was man dem Zuschauer sagt, was nicht... Ich interessiere mich sehr für Fragen des Erzählens. Ich mag die klassische Narration. Aber der moderne Zuschauer hat eine beschleunigte Wahrnehmung. Man kann sich also einige Freiheiten nehmen mit den Auslassungen.
Und wie ist es Ihnen gelungen, die Geburt der Isabelle zu filmen?
Glück gehabt! Wir hatten einen Pariser Entomologen, der Isabelle-Puppen aufgetrieben hatte. Er hatte ein Entpuppungsdatum berechnet, das uns nicht in den Zeitplan passte, also hat er sie 15 Tage in den Kühlschrank gelegt, um die Geburt zu verlangsamen. Dann hat er uns gesagt: Es wird am 25. Mai sein. Also haben wir für den Tag eine kleine Mannschaft geschickt. Wir waren fünf Uhr morgens da und haben bis zwei gewartet. Aber die Puppe, die wir unter die Kamera gelegt hatten, wollte nicht gebären. Also mussten wir am nächsten Tag wiederkommen und endlich kam der Schmetterling heraus.
An welches Publikum richtet sich der Film?
Ich sage, es ist ein Film fürs Leben! Man kann ihn in der Familie ansehen. Ich fände es schön, wenn die Grosseltern mit ihren Enkeln hingingen, oder Eltern mit ihren Kindern... Es ist ein friedlicher Film, ein Film, der die Seele erfrischt!

GESPRÄCH MIT MICHEL SERRAULT
Was hat Sie an der Geschichte gereizt?
Ich war gerührt, als ich das Drehbuch las. Aber, um ehrlich zu sein, es war meine Enkeltochter, die mich überzeugt hat! Sie hat diese Geschichte heiss und innig geliebt und sagte mir: Michel, das solltest Du machen!
In diesem Film ist Ihr Hauptpartner ein Kind.
War es schwierig, mit ihr zu spielen?
Aber ganz und gar nicht! Claire hat viel Charme, sie ist hübsch und gescheit und gibt nicht an... Sie hat Talent. Also passt man auf, was man macht. Ein Kind gibt immer den Ton an. Man muss sich selbst zurücknehmen und auf das Zusammenspiel achten. Also, es ging nicht darum, neben ihr den Schauspieler zu spielen und sich zu sagen: Ich bin hier der Profi. Und wenn man eine Komödie spielt, ist das, was zählt, weder sie, noch ich, sondern das, was zwischen uns beiden geschieht.
Was haben Sie getan, damit sie sich wohl fühlt?
Ich bin kleine Kinder gewohnt und stell mich nicht an, wenn ich mit einem Mädchen rede! Man darf ihnen nicht dumm kommen. Kinder haben einen besseren Instinkt als wir. Sie ist pfiffig und hat Präsenz. Kinder haben etwas Aufrichtiges, sie spielen nicht falsch.
War Claire Bouanich schon ausgewählt,
als Sie sich mit ihr getroffen haben,
oder haben Sie es erst miteinander versucht?
Sie war schon ausgewählt, aber ich bat darum zu sehen, mit wem ich spielen sollte. Es ist bei meiner Arbeit schon vorgekommen, dass ich auf Kinder traf, die mir nicht gefielen... Die Eltern tragen eine grosse Verantwortung. Wenn sie Schauspieler sind, muss man gewöhnlich Reissaus nehmen. Aber Claire mochte mich eindeutig. Und der Zauber des Films, das ist sie!
Hat sie um Rat gefragt?
Nein, ich kann keinen Rat geben. Es ist nicht so, dass sie aufs Konservatorium gegangen wäre und das Geschäft kannte. Man muss mit ihr spielen wie mit einem Kind. Wenn man mit ihr spricht, muss sie vor allem verstehen, was man zu ihr sagt. Man muss herunterschalten und die Dinge nicht komplizieren. Ich wünsche so manchem Schauspieler, einmal in seinem Leben einem kleinen Schauspieler oder einer kleinen Schauspielerin wie ihr zu begegnen, die ihm ein bisschen Unbefangenheit zurückgibt. Alles "Auf-so-und-so-machen", das muss man ablegen. Man weiss, wie man lachen oder weinen macht, aber man muss seine Technik vergessen. Ich glaube, das ist eine gute Schauspiellektion.
Im Film stellt sie ihnen alle möglichen Fragen. Das sind Sie gewohnt?
Aber sie verstand mehr davon als ich! Wir suchen immer gescheite Antworten, während sie eine Art von Naivität haben, die das Offensichtliche wahrnimmt. Man muss die Kinder nicht belehren, sie zeigen den Weg zur Erkenntnis und führen im Gespräch.
Es gibt wunderbare Augenblicke, wenn ihr zusammen seid,
besonders die Szene mit dem Schattenspiel ...
Ja, stimmt, der Text ist gut in dieser Szene. Wenn er erzählt, wie der liebe Gott die Menschen gemacht hat. Das ist sehr gut. Man wird auch sonst überrascht von den Empfindungen, den Scherzen, der Wanderung mit dem kleinen Mädchen... Ausserdem hat mir die Entwicklung meiner Figur gefallen. Da sind Dinge zu sagen, die nicht leicht fallen. Gerade wenn er vom Tod seines Sohnes erzählt.
War die Szene schwierig zu drehen?
Man muss wissen, dass in seinem Kopf viel Zeit vergangen ist. Und wenn er das erzählt, sagt er es mit grossem Kummer, aber die Zeit ist vergangen. So sind die Gefühle dabei nicht mehr so heftig, wie sie unmittelbar danach gewesen wären. Das ist es, was er vergehen lassen musste. Er ist dabei, eine Uhr durchzusehen und muss davon erzählen. Der Schmerz ist da, aber die Zeit ist verstrichen. Alles ist eine Frage des Masses.
Ihre Figur ist ein Schmetterlingssammler.
Kennen Sie sich auf dem Gebiet aus?
Nein, aber ich hätte nichts dagegen! Allerdings, wenn ich mich für alles interessieren müsste, was ich spiele...
Kannten Sie Philippe Muyl?
Nein. Er weiss, was er will. Und wie viele Regisseure hat er nichts gegen mehrere Versuche. Er sucht gern... Ich liebe es, mehrere Versuche zu unternehmen, weil beim Improvisieren vielleicht etwas Grossartiges geschieht. Mit Philippe kann man eine Szene zehn Mal und jedes Mal anders drehen. Das Geheimnis dieses Berufs sind die Wunder, die geschehen. Das Unvorhergesehene, das bleibt. Alle suchen nach einem unwahrscheinlichen Augenblick der Wahrheit. Ob für den Regisseur, die Kamera oder Schauspieler, das Reizvollste ist immer das, was uns entgehen wird.
Welche Erinnerung bewahren Sie von diesen Dreharbeiten?
Es war etwas anstrengend wegen dem Wetter. Wir waren im Vercors, waren eine Stunde im Auto unterwegs... Bevor man mit Spielen anfangen konnte, musste man erst vom Aufstieg Atem schöpfen. Wir hatten Wind, Kälte, Regen, Schnee - unglaublich!
Hat der Film Sie bewegt?
Ja, sehr. Das ist ein Film, der die ersten Minuten wenig bedeutend scheint und dann ist man gebannt. Er wird immer bewegender. Ich hoffe sehr, dass die Leute davon berührt werden. Als ich ihn sah, habe ich mich vom Spiel überwältigen lassen. An bestimmten Szenen habe ich nie gezweifelt, aber jetzt wirkt der Zauber durch den ganzen Film hindurch und immer stärker.