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Andrzej Jakimowski im Gespräch
Sie haben mir geschrieben: "Ich widme diesen Film meiner Schwester. Als ich ein kleiner Junge war, hat sie mich gern auf den Schrank gesetzt, um mich wenigstens für einen Augenblick davon abzuhalten, etwas anzustellen. Leider ist das lang vorüber ..." Ist KLEINE TRICKS autobiografisch?
Ja, BITTE BLINZELN und KLEINE TRICKS spiegeln tatsächlich da und dort eigene Erfahrungen und Erinnerungen. Meine Schwester war 13 Jahre älter als ich und ich verdanke ihr wirklich viel. Die Figuren der jungen Frau und ihres Verlobten und ihr Verhältnis sind direkt aus dem Leben gegriffen.
Mir kommt es so vor, als hätten BITTE BLINZELN ! und KLEINE TRICKS einiges gemeinsam ...
Naja, ich habe versucht, sie möglichst verschieden aussehen zu lassen!
Bitte halte das nicht für eine Beschwerde. Man kann die Filmemacher ja in Igel und Füchse unterscheiden. Da gibt's die einen wie Bergman und Antonioni, die immer ein- und denselben Film drehen, und die anderen, die viele unterschiedliche Ziele verfolgen, oft sogar gegensätzliche, und trotzdem stellt sich eine gewisse Ähnlichkeit ein - bei dir im Erzählstil, der Art und Weise, wie eine Filmwelt geschaffen wird.
Diese Ähnlichkeiten bedeuten mir nicht viel. Jeder meiner Spielfilme verfolgt eine andere Idee. Einer handelt davon wie man mit dem Vergehen der Zeit zurechtkommt, der andere vom riskanten Spiel mit dem Schicksal. Die Ähnlichkeit rührt vielleicht daher, dass ich meine eigene Sprache benutze. Und wie ich mit meinen Schauspielern umgehe. Zum Beispiel wiederhole ich keine Einstellungen, ich hasse es, wenn eine Szene mechanisch wiederholt wird. Die Wiederholung tötet die Authentizität. Wenn ich die Szene in einem Rutsch drehe, sehen weder ich noch die Schauspieler vorher, was geschehen wird. Ich schaffe gerne Situationen, die meine Schauspieler durch unerwartete Wendungen aus dem Konzept bringen. Dann wirft er die Maske ab und macht etwas Einmaliges. Ich bin am glücklichsten, wenn eine Szene so aussieht, als hätte man sie mit einer versteckten Kamera aufgenommen.
Bei mir kommt es vor, dass ich die Vorbereitungen für eine Aufnahme abbreche und sage, dass wir doch nicht drehen werden und an einen anderen Drehort gehen. Und nur ich und der Kameramann wissen, dass wir in Wirklichkeit schon gedreht haben!
Ist das ein Mangel an Vertrauen in die Schauspieler?
Nein, es gibt einfach Szenen, die man nicht reproduzieren kann, die aus dem Verborgenen beobachtet oder gestohlen werden müssen.