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Sarah Polley über Ihren Film
TAKE THIS WALTZ beginnt mit Hitze. Margot bäckt Muffins in der Schwüle eines Sommers in Toronto. Der Ofen strahlt Hitze ab, durch das Fenster fällt Sonnenlicht, und wenn sich Margot an den Ofen lehnt, wird der Film zu einem sinnlichen Erlebnis. TAKE THIS WALTZ ist der zweite Spielfilm von der Regisseurin Sarah Polley nach einem eigenen Drehbuch. Ihr Debütfilm AWAY FROM HER war die zärtliche Geschichte eines Paares im Winter ihres Ehelebens, TAKE THIS WALTZ zeigt nun ein jüngeres, erst seit wenigen Jahren verheiratetes Paar dabei, wie es den Frühling des Verliebtseins hinter sich lässt, um sich in einem warmen, von Liebe erfüllten gemeinsamen Leben einzurichten - so jedenfalls sollte es sein.
Die Geschichte ist in Polleys Heimatstadt Toronto angesiedelt, und sie gibt gern zu, die Stadt zu romantisieren. Also spielt das Geschehen auf den Bürgersteigen und Stränden, die sie jeden Tag entlanggeht.
Der Titel des Films, TAKE THIS WALTZ, rührt von einem Lied von Leonard Cohen, der das Gedicht KLEINER WIENER WALZER von Frederico Garcia Lorca übersetzte und vertonte, der 1936 im Spanischen Bürgerkrieg ermordet wurde.
Now in Vienna there's ten pretty women.
There's a shoulder where Death comes to cry.
There's a lobby with nine hundred windows.
There's a tree where the doves go to die.
"Die Verse sind so tragisch und romantisch", sagt Polley. "Man versteht sie nie wirklich, aber tief innen, auf der Gefühlsebene, ergeben sie vollkommen Sinn. Ich habe das Lied beim Drehbuchschreiben die ganze Zeit angehört und sie haben den Ton dessen beeinflusst, was ich zu erreichen hoffte."
Lou ist der gute Ehemann, zuverlässig in seiner Zuneigung und geerdet durch seine Arbeit in der Küche, wo er sich fleißig durch Hühnchenrezepte werkelt. Margot dagegen ist wie ein Zephyr, der von den Eingebungen anderer wie von einer Sturmbö erfasst wird. Seite an Seite tun sie alles, was von jungen städtischen Paaren erwartet wird, und bewegen sich auf die Zukunft zu. Lou zufrieden - und Margot, weil sie seine Frau ist.
Für Polley ist diese Eröffnungsszene in der Küche - gemütlich, aber langweilig und fast beklemmend, friedlich, aber auch ruhelos - wie eine Bücherstütze für den Film: "Ich beginne und beende den Film mit dieser Szene, auch wenn dazwischen sehr viel passiert", so Polley. "Ich wollte einen Film über Begehren machen; keinen philosophischen Essay, sondern darin eintauchen, um zu fühlen, wie herrlich es ist, und wie schwierig es für uns menschliche Wesen ist, diesem Gefühl entweder einfach den Rücken zu kehren oder aber mit der Ur-Lücke zu leben, die es schafft. Ich wollte zeigen, wie jemand versucht, diesem grundsätzlichen Zustand zu entkommen, und wie das nicht immer klappt."
In vielerlei Hinsicht ist TAKE THIS WALTZ ein Film über das Erwachsenwerden einer Frau in ihren späten Zwanzigern, für die sich der Schleier endgültig lüftet, der die Realität von Romantik und Beziehungen verhüllt, und die Leere offenbart, die bewältigt werden muss. "Für Frauen wie Margot, und die meisten mir bekannten Frauen in ihren 30ern, kommt der Punkt, wo ihnen klar wird, dass die Märchen über "Sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage"-Beziehungen, die man ihnen als Kind erzählt hat, nicht ganz wahr sind. Wenn man Glück hat, ist da eine große Liebe, aber davon abgesehen - woher weiß man, ob eine Beziehung ‚falsch' ist oder Brauchen/Fehlen/Begehren einfach nur zu den Komplikationen des Lebens dazugehört? Es ist nicht so einfach. Vielleicht bist du in einer Beziehung hauptsächlich glücklich, aber auch traurig oder wütend - und niemand bereitet uns darauf vor."
Die Realität der Gefühle in einer Beziehung wird noch komplizierter durch den allgegenwärtigen Befehl zum Glücklichsein, der sich durch unser Leben zieht. Massenhaft Beziehungsratgeber in Büchern, Zeitschriften und im Web diktieren, welches Niveau von Glück wir mit unseren Partnern erleben sollten: Werden Deine Bedürfnisse erfüllt? Könnt ihr miteinander reden? Lacht ihr noch? Macht es euch noch Spaß, miteinander allein zu sein? Könnt ihr noch über kleinere Ärgernisse hinwegsehen? "Wir leben in einer Kultur, für die es nicht in Ordnung ist, wenn in einer Beziehung etwas fehlt. Man sagt uns, dass man das in Ordnung bringen kann, und dass es ein Fehler sei, es nicht zu tun." Die Zeit der Flitterwochen ist für Margot und Lou vorüber. Die Szene ihres fünften Jubiläumsdinners im Restaurant, bei der sie um ein Gespräch ringen, unterstreicht das auf ergreifende Weise.
Wie Robert Louis Stevenson schrieb, werden die grausamsten Lügen schweigend ausgesprochen. "Es gibt sehr wenige Paare, die nach Jahren immer noch vollkommen fasziniert voneinander sind", so Polley. "Wenn man jemanden gut kennt, ist es schwer, noch so begeistert von seiner Gegenwart zu sein." Margot bewältigt das mit etwas seltsamen, launenhaft wechselnden Verhaltensweisen, die von Eiapopeia und Wortgefechten bis zu oberflächlichem Sex reichen.
Lou, der sich abmüht, nach ihren Regeln mitzuspielen, wählt den passiven Ansatz. "Er glaubt, dass etwas vielleicht einfach vorübergeht, wenn man es nicht direkt anspricht. Ich verstehe, warum er Gespräche vermeiden möchte. Von außen betrachtet ist es ja ganz offensichtlich, dass es besser wäre, das Problem anzusprechen, aber wenn man in einer engen Beziehung lebt, macht einem nichts mehr Angst als zuzugeben, dass es etwas Unüberwindbares geben könnte", erläutert Polley.
Für Margot ist die Ehe nicht genug, aber für Polley lautet die eigentliche Frage: "Ist je etwas wirklich genug? Ich wünsche mir den ganzen Film über, dass man nicht weiß, was Margot tun sollte, und dass die Zuschauer von ihrem eigenen Leben her entscheiden. Der Film ist ausgesprochen zweideutig. Ich hoffe, dass Menschen, die eine schale Beziehung hinter sich gelassen haben und damit zufrieden sind, das Gefühl haben, dass der Film ihnen Recht gibt. Und dass andererseits diejenigen, die der Versuchung widerstanden haben und ihre Beziehung nicht aufgegeben haben, auch glauben, dass der Film ihre Wahl bekräftigt!"
"Wir haben Bedürfnisse. Wir brauchen. Und wir begehren. Das gehört zu uns. Und wenn wir das Ersehnte erlangt haben, tut sich unvermeidlich die nächste Lücke auf. Ich finde, dass diese Figuren es gut meinen und ihr Bestes geben, aber manchmal ist ihr Bestes für die anderen nicht gut genug - wie im wirklichen Leben."
"Das Leben hat fantastische Augenblicke des Absoluten, und die sollte man wirklich genießen. Ich glaube, dass jede Entscheidung zwei Seiten hat, und selten ist eine Entscheidung eindeutig richtig oder falsch. Manchmal kann es sich so anfühlen, und das sind Momente, die herausragen. Aber eigentlich schlagen wir uns alle einfach so durch. Man weiß nie, wie so eine Entscheidung ausgehen wird, also weiß man nie, was richtig wäre. Für mich ist Zweideutigkeit die einzige echte Wahrheit."


Michelle Williams über den Film
Als die Geschichte anfängt, ist Margot (28) eine Autorin, die noch nicht viel geschrieben hat. Ihr Mann ist ein Koch, der Rezepte für ein Hühnchenkochbuch entwirft. Lou, der aus einer soliden Familie mit großem Zusammenhalt kommt, ist lieb und bewundernswert. "Lou gibt ihr das Gefühl, gut aufgehoben zu sein", so Williams. "Bei ihm fühlt sie sich sicher, behaglich und ein bisschen schläfrig. TAKE THIS WALTZ beschreibt Margot an der Schwelle von einem Mädchen, wo alles sicher ist, zu einer Frau, wo es keine Sicherheiten mehr gibt. Es ist, als würde sie versuchen, an etwas festzuhalten, das ihr entgleitet – unbewusst natürlich."
Williams, die zweimal für den Oscar nominiert wurde, neigt eher dazu, ihre Rollen mit dem Gefühl zu erfassen als sie zu intellektualisieren. Beim Zusammenspiel mit Seth Rogen spürte sie intuitiv, wie sich diese beiden Figuren zueinander verhalten. "Als ich ihn und sein Spiel erlebte, dachte ich bei mir: Wie könnte ich je diese Ehe aufgeben? Er ist ja so liebenswert! Aber wenn man die Welt von Margots Standpunkt aus betrachtet, fragt sie sich, ob das Leben an ihr vorbei geht und sie vielleicht etwas verpasst. Margot ist in der Klemme. Sie tut nicht ganz das, was sie tun will. Sie schreibt nicht genau das, was sie schreiben möchte."
Zufriedenheit kann so trügerisch sein wie Begehren. Als Daniel auftaucht, ist das nach Williams wie ein Adrenalinstoß für Margot. "Ich glaube, dass das Sich-Verlieben in der westlichen Kultur einer religiösen Erfahrung am nächsten kommt," gesteht sie. "Eine so sanfte Sache, die ein solches Chaos in deinem Leben anrichtet und deine Werte und moralischen Überzeugungen durcheinander bringt."
Das war sicher die Rechtfertigung, mit der sich Margot motivierte, aber ob sie real war oder einfach real genug für sie, ist die Frage, denn Daniel wird zum Träger ihrer Hoffnungen und Träume und ihres Ehrgeizes. „Daniel ist der Ort, wo sie damit hin kann,” so Williams. Hier bewahrheitet sich die Magie des Schauspielens, denn die Schauspielerin und ihre Figur nehmen sich die Freiheit der Mehrdeutigkeit, die Polley ins Buch geschrieben hat, und bewegen sich damit optimistisch voran. Williams mochte es nicht in Worte fassen, wie Margot ihre endgültige Entscheidung trifft. Lieber sagt sie: „Möchte sie mehr oder hakt sie es unter etwas Sexuellem ab, das sie mit Daniel entdecken möchte? Ich hoffe, dass sie ihrem Herzen folgt, ihrem besten, nobelsten Herzen. Wir wissen nicht, ob es ein Fehler ist oder nicht.”
Die Frage ist, ob es je jemand weiß. „Margot hat sich langsam in mir entwickelt. Für mich ist Margot am Anfang naiv. Erst habe ich mich gefragt, ob sie jemand sei, der im Leben noch nichts Schlimmes passiert ist und diese Trennung vielleicht die erste Erfahrung mit ihrem Schatten-Selbst ist. Vielleicht war das ihr erstes Abenteuer. Aber inzwischen denke ich, dass sie nicht ganz naiv ist – aber sie hat eine gewisse Weltfremdheit, so dass sie durch diese Erfahrung verwandelt wird. Das ist eine gute Sache, aber die Verwandlung geschieht durch Feuer, und das tut weh.”
Über ihr Verhältnis zu Sarah Polley erzählt Williams: "Hier ging wirklich ein Traum in Erfüllung. Ich sagte Sarah: Weißt du, was ich beim Spielen manchmal mache, schon bevor ich dich kannte? Ich mache WWSPT – Was würde Sarah Polley tun? Du kennst das ja, man ist beim zehnten Take einer Szene und hat noch immer keinen Zugang gefunden, nichts klickt und man ruft die Götter um Hilfe an? Einer meiner Tricks ist: Wie würde Sarah Polley diese Szene spielen, was würde sie tun?"
Dieser Respekt wird erwidert. Sarah Polley: "Ich finde, dass Michelle die größte Schauspielerin ihrer Generation ist, und das ist keine Übertreibung. Durch die Arbeit mit ihr habe ich den Unterschied zwischen gutem und großartigen Schauspielern gelernt: große Darsteller überraschen nicht nur ihren Regisseur und ihr Publikum, sie überraschen sich selbst. Irgendetwas an ihrer Figur überrumpelt sie mitten im Take und ihr Spiel dreht ein bisschen in eine unglaubliche, unvorhergesehene Richtung ab." Williams Spiel war so überragend, dass Polley die von ihr geschaffene Figur besser als zuvor verstand und Margot erlauben konnte, ihre emotionale Reise weiter voranzutreiben. "Michelle hat so viel Weisheit und Poesie, da ist es schwer, eine Figur an einem Ort zu halten, wenn Michelle sie spielt!"