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Ayub Khan Din
über den autobiographischen Hintergrund beider Filme
Es war ein Wagnis, einen Nachfolger zu EAST IS EAST zu schreiben, weil das ein solcher Hit war und eine Art Klassiker des britischen Kinos wurde. Und bisher war noch jedes Sequel, das ich gesehen habe, eine Enttäuschung, also war es mir am allerwichtigsten, einen ganz anderen Film zu schreiben, der für sich selbst stehen kann. Er sollte so ehrlich und frisch und echt und anders sein, wie es EAST IS EAST war. Die Leute haben EAST IS EAST ja als Komödie in Erinnerung, dabei ist es ein ziemlich ernster Film, in dem man eher lacht, weil so viel auf dem Spiel steht. Das gilt auch für WEST IS WEST. Meine Kindheit war ziemlich düster, mein Vater war sehr streng und hatte keine Bedenken zuzuschlagen, um uns zur Räson zu bringen. Aber das war auch lustig, jedenfalls wenn es deinen Bruder erwischte und nicht dich selber. Ich hatte diese dunkle und dennoch sehr lustige Kindheit, und das zieht sich durch alles, was ich schreibe.
An beiden Geschichten ist vieles autobiographisch und reicht weit zurück. Ich habe den ersten Entwurf zu EAST IS EAST 1982 auf der Theaterschule geschrieben. EAST IS EAST war ziemlich mein Familienhintergrund, allerdings waren wir 10 Kinder. George und Ella sind mein Vater und meine Mutter – mein Papa wurde Charlie genannt und meine Mutter war Hilda, und sie besaßen einen Fish&Chips-Laden. Mein Vater kam aus einem Dorf im Kaschmir und verließ Indien noch vor der Teilung. In ihm war eine Art Funken, der ihn gegen alles, was man von ihm erwartete, rebellieren ließ: er hätte da bleiben und auf einem Bauernhof arbeiten sollen. Aber er verließ das Dorf, ging nach Bombay, von da auf die Handelsflotte, kam nach England und ließ sich da nieder. Das Seltsame ist, dass dieser Mann den gleichen rebellischen Funken an seinen Kindern nie erkennen konnte! Während des Kriegs arbeitete er in einer Munitionsfabrik in Birmingham und zog dann nach Manchester. Meine Mutter war eine Busfahrerin und ihr fiel dieser Mann auf, der ganze Nächte Bus fuhr, und eines Tages fragte er sie, ob sie mit ihm ins Kino gehen wolle. Damals galt eine weiße Frau, die mit einem schwarzen Mann gesehen wurde, noch als Nutte ... Sie haben damals viel durchgemacht.
Keines von uns Kindern war irgendwie religiös, auch wenn uns Papa in die Moschee schickte, die sich in irgendeinem Vorzimmer befand. Für uns hieß das, dass wir Blue Peter und Magpie verpassen würden. Wenn dann der Moscheebus kam, um uns abzuholen, und wir es an der Tür klopfen hörten, versteckten wir uns. Dann kam unser Vater, packte uns und warf uns hinten in den Bus, was wir hassten. All das habe ich in EAST IS EAST hineingepackt. Mein Vater war ein Bauer, der weder lesen noch schreiben konnte. Er versuchte, auf seine ungebildete Art, uns eine Familie zu geben, die große Familie der Muslime, um daran Halt zu finden.
Aber wenn man beschließt, in ein Land zu ziehen, das vollkommen anders als die eigene Heimat ist, und dann noch eine Frau von diesem Land heiratet, muss man eben auf bestimmte Dinge verzichten. Man kann seinen Kindern nicht diktieren, was ihre Kultur sein soll. Das müssen sie schon selbst entdecken, auch wenn es dann ein Schlag ins Gesicht von allem ist, was man selber für wahr und gut hält. Ich fürchte, das hat er nie akzeptiert, und er glaubte, er könne aus uns gute pakistanische Jungs und Mädchen formen, und genau das ließ uns gegen ihn und alles, wofür er stand, rebellieren.
Als ich 12 Jahre alt war und aus dem Ruder lief, wurde ich für ein Jahr nach Pakistan geschickt, wo es keine Elektrizität, Wasserhähne und Schule gab. Ich kam mit der dortigen Familie meines Vaters, seiner Frau und ihren Töchtern, nicht aus und musste mich selber durchschlagen. Mein Bruder war schon seit einem Jahr da und sprach Pandschabi, aber ich nicht und weigerte mich, auch nur ein Wort zu lernen, und habe jeden, dem ich begegnete, verflucht. Es gab tatsächlich einen heiligen Mann wie die Figur des Pir Naseem, der in dem Dorf lebte, immer auf dem Boden saß, im Stall meines Cousins schlief, sich in Lumpen kleidete und sich um den Friedhof kümmerte. Ich habe mich damals nicht mit ihm angefreundet, aber ich bin ihm aus der Ferne gefolgt, ein bisschen wie ein Stalker, ohne zu ahnen, dass er nach so vielen Jahren eines Tages auf diese Weise wieder in mein Leben treten würde. Sajid ist nur zu Beginn gegen das Leben auf dem Dorf, dann fängt es an, ihm Spaß zu machen. Durch sein Verhältnis zu dem weisen Sufi Pir Naseem gelangt er dazu, sich selbst und seine Herkunft zu verstehen, und was er hinter sich lassen kann.
Viele Frauen haben sich nach EAST IS EAST darüber beklagt, welche Rolle Frauen in diesem Film spielen und wie George über seine Familie in Pakistan spricht. Ich spielte schon lange mit dem Gedanken, diese Fragen zu beantworten und herauszufinden, wer diese Frau war und sie zu einer richtigen Persönlichkeit mit eigener Stimme und Ansichten zu machen. Das Problem dabei war, dass Frauen in einer islamischen Gesellschaft nicht in der gleichen Art wie westliche Frauen eine Stimme haben. Die hätten eine Menge zu sagen gehabt, wenn ihr Mann einfach so nach 30 Jahren wieder auftaucht. Dann dachte ich mir: Warum soll ihr nicht endlich der Kragen platzen und sie sagt ihm ihre Meinung? Erst ist sie ganz die stoische Matriarchin, die ihren Gatten respektvoll behandelt als jemanden, der das Recht hat zu gehen und das Recht wiederzukommen und kein Wort zu sagen. Aber dann explodiert sie und wir erleben, wie es wirklich in ihr aussieht ...